Schon wieder Bielefeld: Referent mit starkem Rechts-Drall im IBZ

Aktualisierung: Transition Town Bielefeld hat mitgeteilt, sie seien nicht die Veranstalter des Vortrags mit Jörg Bergstedt. Die Gruppe wirbt nicht mehr für den Vortrag und hat die Veranstaltung in einem Kommentar zu dem folgenden Text als „extern“ bezeichnet. Slowfood Deutschland, Convivium Bielefeld / OWL wirbt für Jörg Bergstedts Auftritt im IBZ.

Der Autor Jörg Bergsted ist ein bekannter Öko-Aktivist, der sich selbst als Anarchist bezeichnet. Er hat allerdings keine Hemmungen, auf rechten Eso-Veranstaltungen aufzutreten. Am Sonntag, 9. Februar 2013, wird ihm eine Plattform in Bielefeld geboten. Laut Werbung der Öko-Nachhaltigkeitsgruppe „Transition Town Bielefeld“ spricht er im Internationalen Begegnungszentrum IBZ-Friedenshaus über sein Buch „Monsanto auf Deusch“.

(Ankündigung auf der Homepage von Transition Town)

Warum es besser ist, den Vortrag abzusagen

Bergstedt wanzt sich öffentlich und völlig hemmungslos an die rechte Verschwörungstheorien-Szene heran.

Immer wieder tritt Bergstedt als Redner bei Konferenzen der sogenannten “Anti-Zensur-Koalition” (AZK) auf. Das ist eine ziemlich große Community, in der sich haufenweise Spinner zusammen gefunden haben. Die glauben, dass Kondensstreifen „Chemtrails“ sind, die krank machen. Dass Impfen das Schlimmste ist, was man einem Kind antun kann. Dass die lebensgefährliche „Germanische Neue Medizin“ eine tolle Heilmethode ist. Dass die Welt heimlich von Juden regiert wird. Dass alle Medien lügen und nur sie die wahre Wahrheit kennen. Und so weiter.

„Reichsbürger“, Eso-Sektierer, Holocaustleugner_innen, Rudolf-Hess-Verehrer_innen, HIV-/-AIDS-Leugner_innen, Pseudo-Wissenschaftler_innen, UFO-Freaks, …

Alle sind dabei – Jörg Bergstedt auch (nachweislich zum Beispiel am 27. 11. 2010 und am 29.10.2011). Die Ausrede, er wüsste nichts von der Rechtslastigkeit der AZK, zieht nicht. Er wurde mehrfach damit konfrontiert. Es ist ihm offenbar egal.

Und so eine Person wird im IBZ einen Vortrag halten?! Im Ernst?!

Liebe Leute vom IBZ! Denkt doch noch mal drüber nach. Im Ernst!

Links:

Artikel über Jör Bergstedt im Wiki „Anarchopedia“

Artikel über die Anti-Zensur-Koalition im Wiki „Psiram“

Links zu Bergstedt im Wiki „Inrur“

Jörg Bergstedt und die rechten Verschwörungstheoretiker, Artikel auf linksunten.indymedia

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17 Antworten zu Schon wieder Bielefeld: Referent mit starkem Rechts-Drall im IBZ

  1. Michael Motyka schreibt:

    Leider falsch die Behauptung! Transition Town Bielefeld ist nicht der Veranstalter. Der Termin wird deshalb unter externen Terminen auf der Transition Town Bielefeld Website aufgeführt wie viele andere Termine auch. Kann ja mal passieren. Aber bitte richtig stellen! Das wär fair! Danke!

  2. Anonym schreibt:

    Es lebe das Schubladendenken und der Rufmord! Hurra! Wer dem sehr spannenden und informativen Vortrag lauschte, weiß, das dieser keinen starken Rechtsdrall hatte, (Obwohl öfter der Name Linkspartei im Zusammenhang mit Gentechnik fiehl!), sondern lediglich den sagenhaften bundesdeutschen Gentechnik-Filz beleuchtete. Merke: nicht jeder, der im Bus oder auf einer Tagung neben einem Verschwörungs-Theortiker und einem Rechten sitzt, ist selber einer … Schlotterkamuffel sollte sich beim IBZ und bei Jörg für seinen offensichtlichen Rufmord „Starker Rechtsdrall“ entschuldigen. Bei mir als Zuhöhrer des Vortrages übrigens auch! Aber nach dem kurzen Schubladendenken gewisse Leutchen bin ich ja jetzt selber eine Unperson mit starkem Rechtsdrall, weil ich einmal zu Vorträgen des bösen Jörg gegangen bin. Erschreckend, wie eiligst gehorsam TT reagiert hat. Rufmördern macht man es hierzulande oft zu leicht!

  3. anonym schreibt:

    Ich habe mir schon gedacht, dass die Entschuldigung nicht gleich kommt! Und ich befürchte, darauf müssen ich, das IBZ, die Zuhörer des Vortrages und Jörg wohl verzichten? Wenn mensch blogt, hat er auch Verantwortung für die Richtigkeit! Hörst du mir zu?

    Unter einem Referenten mit „starkem Rechtsdrall“ kann man bei landläufiger Übersetzung einen Nazi verstehen. Einen Nazi, der braue Gesinnung mit starkem Rechstdrall zum Vortrag bringt.
    Nur, dass in Jörgs Vortrag keine Nazizitate und kein Antisemitismus zu finden war. Ich habe den Jörg selber zum ersten Male gesehen, kann mir aber nicht vorstellen, dass er braun denkt. Im Internet stieß ich auf eine antifaschistische Seite, die viel über jüdisches Leben in Deutschland berichtet und Jörgs Vorträge zur Gentechnik in hohen Tönen lobt. Ich glaube, (ohne ihn besonders gut zu kennen): Jörg würde sich auf Tagungen wohl kaum an Nazis „anwanzen“, sondern ihnen widerspechen. Da kann ich dich hoffentlich beruhigen.

    Was mir am Vortrag gut gefiel, war die Vielfältigkeit und Konsequenz des politischen Widerstands. Der Vortrag wurde mit viel Energie, Humor und Professionalismus gehalten. Was mich allerdings etwas wunderte, war das Unwort „Antiamerikanisch“ im Zusammenhang mit Kritik an Mosanto. Sinngemäß: „Sollte etwa Antiamerikanismus dahinter stecken, wenn nur Mosanto kritisiert wird, nicht aber deutsche Firmen?“
    „Antiamerikanisch“ was bedeutet das? Vietnam, Abhörskandal, Krankenversicherung, „gekaufte Demokratie“, die FED, Waffenhandel, Energieverschwendung, usw., welche ein schlechtes Vorbild für die Welt?! Gentechnik allerorten! Die USA kann man im Sinne ihrer Bewohner kaum genügend kritisieren … meine Meinung.

    Was noch mehr Leute gewundert hat, war Jörgs Aussage am Ende des Vortrages, das er die Gentechnik gar nicht mal für so besonders gesundheitsschädlich hält. Wie bitte? Da bin ich aber anderer Meinung! Trotzdem fand ich seinen Vortrag gut. Ehrlich gesagt: ich blicke noch richtig durch ihn durch. Ich wäre in manchem bestimmt anderer Meinung. Ein bunter Vogel, aber sicher kein Nazi. Meine Meinung!

    Zu deiner Frage zu den Holocaustleugner auf geteilter Bühne.
    Mich würde zunächst interessieren, welche genauen Zitate von welchen Rednern benutzt wurden, ob Jörg zugegen war, ob er das mitbekommen hat, wie er reagierte … usw. – Oder haben dort gar keine solchen Zitate stattgefunden…?
    Ich denke aber nicht, das man einen Referenten für Zitate oder Aussagen, die ein anderer tätigt, die mit den Aussagen des ersten gar nicht übereinstimmen, denen er wohl möglich widersprochen hat, verklagen kann. Das wäre „Sippenhaft“! Und wenn man eigenmächtig zu einen quasi Werbe- und Arbeitsverbot für diesen Referenten aufruft, finde ich das nicht korrekt. Du bist vermutlich andere Meinung?

    Wer andere fälschlicherweise als Nazi, als Rassisten, als Antisemit bezeichnet, der diskriminiert; er macht richtungsmäßig eben das, was er dem anderen vorwirft. Er denkt ebenfalls in Vorurteilen, gewissermaßen „rechts“! Habe ich dich jetzt ertappt?

  4. schlottekamuffel schreibt:

    Nun ja, es ist belegt, dass Jörg Bergstedt bei der Anti-Zensur-Koalition aufgetreten ist, und zwar nicht, um „Nazis zu widersprechen“, sondern um seinen Monsanto-Vortrag zu halten. Und ich finde das problematisch. Mehr steht da nicht.

  5. anonym schreibt:

    Nein, „mehr steht da nicht!“ Nur, das der Jörg (angeblich!) einen starken Rechtsdrall habe, dass er sich hemmungslos an die rechte Szene „anwanze“ und dazu legst du nahe, die Werbung für seinen Vortrag zu unterlassen und dass dieser Vortrag abzublasen sei.
    Das alles gehört in die Abteilung Internet Mobbing! Stell dir vor du hälst Vorträge, lebst vielleicht davon, fährst dazu in eine andere Stadt, und dein Vortrag wird abgesagt. Mehrfach. Das ist kein Spaß!
    Ich habe inzwischen ein bisschen im Netz geforscht: auf einer angeblich linken Seite las ich: „wir müssen ihn isolieren!“ (also mobben!)

    Die schnelle Reaktion von TT finde ich unrühmlich, bevor man jede falsche Interpretation sofort glaubt, sollte man die betreffende Person besser mal selber überprüfen.
    Das Internet ist über voll mit Desinformationen und Schwarzweißmalerei, wer nicht überprüft und nicht vergleicht, sollte vielleicht gar nicht erst ins Netz gehen.

    Zudem habe ich herausgefunden, das Jörg offenbar ganz bewusst auch mit Radikalen Rechten diskutiert. Das heißt nicht, das er selber Rechtsradikal ist. Das herauszufinden, wäre Aufgabe von TT und dir gewesen.

  6. taspila schreibt:

    Was soll diese Zurechtweisung, von wegen dass eine Entschuldigung erwartet wird? Wir leben hier in einer Demokratie und jeder darf schreiben, was er zu sagen hat. Die Transition Town Bewegung ist noch jung und oftmals unerfahren. Sie ist zudem unbekannt und wird leider oft mißverstanden. Danke Schlottenkamuffel für Deine Infos und weiter so – lass Dich nicht unterkriegen. Auch ich bin ein Teil der TT Bewegung und lehne jedweden Extremismus ab. Bislang habe ich die TT Bewegung als unpolitisch kennengelernt, der Fokus lag auf den Grundlagen des (Über-) Lebens.

    • schlottekamuffel schreibt:

      Hallo und danke für das Feedback! Wenn TT sich als unpolitisch definiert, sollte die Gruppe aber um so mehr aufpassen, wen sie unterstützt, meinst du nicht? Und warum ist TT deiner Meinung nach unpolitisch? Ist der Einsatz für Nachhaltigkeit denn nicht ein politisches Thema? Was Extremismus angeht, würde ich das nicht über einen Kamm scheren, wenn da steht „jedweden Extremismus“ verstehe ich das so, als wäre es alles das Gleiche – gefährlich! Aber das sind jetzt nur schnell meine Gedanken dazu, alles Gute, Schlotte

  7. taspila schreibt:

    ups, sorry, dass ich Deinen Namen falsch schrieb, bin zu schnelltiprig auf der Tastatur 😉

  8. taspila schreibt:

    Ich kann nicht für alle sprechen, und schreibe nur für mich, das ist mein Eindruck, dass die Bewegung unpolitisch ist, da sie das Augenmerk auf Nachhaltigkeit legt. „Unpolitisch“ in meinem Sinn definiert – das man jetzt mit dem sich zur TTBewegung zugehörig sehen nicht einer Partei angehört oder einer bestimmten politischen Richtung. Sicher ist das politisch, sich um Nachhaltigkeit zu kümmern, aber mich interessiert nur die Nachhaltigkeit als solche. Und von daher bin ich dankbar um Menschen, die kritisch gesellschaftliche Akivitäten hinterfragen – gerade auch die TT-Bewegung. Betreffend des Extremissmus: ging es mir nicht um alles über einen Kamm zu scheren, das wäre durchaus gefährlich, sondern ich versuchte mitzuteilen, dass ich mich an einem konstruktiven Lebens-Weg orientiere. Dir auch alles Gute. Zoe

  9. taspila schreibt:

    ups, wieder zu schnell getippt – die TT-Bewegung, so wie ich sie kennengelernt habe, umfasst allerdings nur den berliner Raum. 😉 Na denn, dann mach’s mal gut. Zoe

  10. Nazienkel schreibt:

    Den kann man schräg finden, aber ein Nazi ist der überhaupt nicht. Der hat sich zum Beispiel auch (inzwischen) selbstkritisch zu seinem Auftritt bei der AZK geäußert.

    Ist auch einer der wenigen Antigentechler, der problematischen Antiamerikanismus (z.B. Eindimensionalität, Hauptbezug monsanto), oder auch die ominösen Reichsbürger thematisiert. An chemtrails glaubt der doch bestimmt nicht.

    Habe lange in seiner „Gegend“ gewohnt und ihn oft erlebt. Viele schräge Aktionen, aber guten Willen mag ich ihm nicht absprechen. Viele kritisierten ihn schon wegen sektiererischem Verhalten, mit dem er viele abschreckte.

    Aber da gibt es wirklich schlimmeres und schlimmere.

    • schlottekamuffel schreibt:

      Da steht an keiner Stelle, dass Jörg Bergstedt ein Nazi sei! Kannst du das belegen, dass Bergestedt sich von seinem Auftritt bei der AZK distanziert hat? Gibt es einen Link, den du hier posten könntest?

      • Zuckerkuchen schreibt:

        Hallo,
        ich habe nichts gefunden, wo er sich von seinem Auftritt distanziert hat, aber von den Leuten von der AZK (und anderen Verschwörungstheoretikern und Rechten) distanziert er sich deutlich. Er hat eine ganze Broschüre voller Kritik an vereinfachten Welterklärungen/Verschwörungstheorien geschrieben (Titel: den Kopf entlasten, kann eins hier nachlesen http://www.projektwerkstatt.de/debatte/rechts/verschw.html), für die er auf dem AZK recherchiert hat und dort auch eine erste Version an die Besucher*innen verteilt hat.

        Diese Aussagen von ihm habe ich aus diesem Videomitschnitt aus einem Seminar zu vereinfachten Welterklärungen, abrufbar hier: https://www.youtube.com/watch?v=aStCLfs9944 (Minuten 1:30 und 23:00)

        Außerdem äußert er sich dort kritisch der AZK und Ivo Sasek gegenüber und analysiert die Selbstinszenierung (als „wir wissen es besser“ und „wir werden zensiert“ [26:30]), das Guru-tum [3:30], die Kontrolle der Teilnehmer*innen solcher Kongresse [AZK: 19:15-22:00, Aufbruch Gold-Rot-Schwarz: 30:00] etc. Das klingt für mich nicht wie anwanzen (= anbiedern).

        Dass du uninformierte Sachen wiedergegeben hast, lässt sich auch daran ablesen, dass du behauptest, er wäre zweimal dagewesen, während er an dem ersten Termin, dem 27.11.2010 im Knast saß (nämlich seit dem 23.09.2010 mit einer Strafe für 6 Monate, Quelle Wikipedia-Artikel über ihn) und das Video in der Playlist, die du verlinkst zeigt, dass der Vortrag eine Aufzeichnung vom 25.2.2010 aus Ostrach (BaWü) ist. Also war er nur einmal da, am 29.10.2011. Aber das ist vielleicht auch nicht so wichtig.

        Wichtiger finde ich die Frage, ob der Fakt, dass jemand einen Vortrag auf einem Kongress von Verschwörungstheoretikern, Rechten und auch Holocaustleugnern gehalten hat ausreicht, damit dieser Vortrag nicht mehr vor anderen gezeigt werden darf. Auch wenn der Referent (und der Inhalt des Vortrages) sich gerade von so einem Denken distanziert und die Leute von dem Kongress ihn nach der Veröffentlichung auch doof fanden.)

        Ich finde es schon kritisch, auf so einen Kongress zu gehen und dort einen Vortrag zu halten, auch wenn er es mit der Absicht gemacht hat, mehr über diese Bewegung herauszufinden und sie mit ihrem Scheiß zu konfrontieren. Ich finde aber, es rechtfertigt kein Auftrittsverbot wie du es mehr oder weniger forderst.

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